Erziehungsberatung

Voraussetzung für eine gute Beziehung zum Kind ist Verständnis der Erziehenden für das kindliche Verhalten. Durch Erziehungsberatung kann für dieses Verständnis entwickelt und gleichzeitig Strategien für einen angemessenen Umgang mit unangemessenem kindlichen Verhalten erarbeitet werden. Das gilt sowohl für Kinder, als auch für Jugendliche.

  • Dauer: ca. 60 min evtl. 90 min
  • Kosten: 70 € bzw. nach Vereinbarung
  • Zeitlicher Abstand zwischen den Gesprächen: nach Vereinbarung

Wie kann ich mein Kind gut erziehen?

Was hilft mir mein Kind und sein oder ihr Verhalten zu verstehen?

Wie kann ich immer wieder eine gute Beziehung zu meinem Kind aufbauen?

Was brauchen Kinder wirklich?

Wir können ein Kind (ob noch Kleinkind oder schon jugendlich) nur erziehen, wenn wir mit ihm gut in Beziehung und als Vorbild authentisch sind. Eine gute Beziehung ist also die Voraussetzung für Erziehung. Immer wenn die Beziehung zum Kind gelingt und von einer wertschätzenden und respektvollen Haltung des Erziehenden bestimmt wird, empfinden wir Freude, vertrauen wir uns gegenseitig, sind offen für neue Erfahrungen und lernen voneinander.

Vorbildwirkung der Erziehenden

Kleine Kinder ahmen das Verhalten der Erwachsenen direkt nach, sie schauen sich alles ab. Deswegen wollen sie auch überall dabei sein und mithelfen. Möchte ich, dass sich mein Kind auf eine bestimmte Art und Weise verhält, muss ich es vorleben. „Groß sein“ bedeutet für Kinder, sich so zu verhalten wie Mama oder Papa oder der große Bruder / die große Schwester. Deswegen sollten Erwachsene das erwünschte Verhalten zeigen (z.B. Hände waschen, wenn sie nach Hause kommen), dann werden kleine Kinder diese Tätigkeit nachahmen und sie wird zur Gewohnheit. Genauso orientieren sich auch Jugendliche am Verhalten ihrer Eltern.

Nicht unsere Worte erziehen, sondern unser Verhalten und das entspricht unserer Haltung. Kinder haben dafür feine Antennen, sie brauchen authentische Erwachsene, die ihnen Sicherheit vermitteln. Es verunsichert Kinder, wenn Eltern nicht klar und deutlich sind, wenn sie ausweichen, die Verantwortung nicht übernehmen.

Kinder brauchen Bezugspersonen, die sich klar und deutlich verhalten und sich dabei auf sie und ihre Bedürfnisse einlassen.

Zuwendung als eine Säule gelingender Beziehung

Zuwendung bedeutet, ganz bewusst Zeit miteinander zu verbringen. Dabei geht es nicht um Quantität, sondern um ein qualitativ hochwertiges Miteinander, in dem die Emotionen der Beteiligten wahrgenommen werden. Materielle Dinge spielen keine Rolle, das Aufeinander-bezogen-sein ist wichtig. Sei es beim gemeinsamen Lesen eines Buches, beim Spielen, Kuscheln oder Erzählen eines Erlebnisses – die Beteiligten fühlen sich ernst genommen und damit gleichwertig.

Sind die Begegnungen zwischen Eltern und Kind von einer wertschätzenden und respektvollen Haltung bestimmt, empfinden sie dabei Freude und sind offen für neue Erfahrungen. Sie vertrauen ihrem Gegenüber und lernen voneinander.

Natürlich dürfen Eltern auch mal wütend werden, denn auch das ist authentisch. Verhalten wir uns jedoch abwertend oder respektlos gegenüber unserem Kind, wird das die Beziehung stören und das Vertrauen des Kindes in uns als Eltern negativ beeinflussen.

Dafür gibt es ein schönes Bild: wächst ein Kind in einer liebevollen, respektvollen und wertschätzenden Atmosphäre auf, wird es innerlich stark werden wie ein großer Baum, dem Stürme nichts anhaben können. D.h. auch wenn wir Fehler machen, wird das dem Kind nicht ernstlich schaden. Weht aber ein permanenter Wind aus einer Richtung, wird sich das Kind verbiegen und innerlich krumm und schwach aufwachsen, wie ein Baum an der Küste. Kinder passen sich den Gegebenheiten an, die Frage ist, ob sie ihr Potential entfalten können.

Jegliches kindliches Verhalten ist sinnvoll!

Wir verstehen das Verhalten unseres Kindes teilweise nicht. Es schreit, obwohl es satt ist, es hört nicht, wenn wir es rufen, es macht weiter, obwohl wir gesagt haben, es soll aufhören … Die meisten Eltern kennen solche Situationen genau und wissen, dass sie leicht Aggressionen hervorrufen können, wenn das kindliche Verhalten als undankbar oder respektlos empfunden wird.

Begeben wir uns aber auf die Suche, um das Verhalten unseres Kindes zu verstehen, haben wir gute Chancen aus einer respektvollen Haltung heraus mit dem Kind über sein Verhalten ins Gespräch zu kommen und es eventuell auch zu korrigieren.

Möchte ich, dass mein Kind hört, muss ich es hören und sehen und damit wahrnehmen, mich ihm zuwenden.

Hilfreich ist dabei ein Perspektivwechsel. Wenn sich Eltern in die Lage (die Größe, die Erfahrungen, die Interessen … ) ihres Kindes versetzen, fällt es oft leichter, das Verhalten zu verstehen. Haben Sie sich einmal in Ihrer Küche auf den Boden gesetzt und alles von unten betrachtet? (Überstehende Pfannengriffe fand ich am interessantesten!) In die Lage eines Kindes kann man sich auch mental versetzen, mit der Frage: „Was bräuchte ich als Kind in dieser Situation?“ So kommen Eltern schnell aus der Hilflosigkeit heraus und es ergeben sich neue Ideen und Möglichkeiten.

Gelegentlich braucht es aber auch die Unterstützung eines Außenstehenden, z.B. in einer Erziehungsberatung, um die eigene Beziehung zum Kind zu reflektieren und sich zu einem Perspektivwechsel anregen zu lassen.

Zuwendung als eine Säule gelingender Beziehung heißt, sich immer wieder ganz bewusst physisch und psychisch unserem Kind zuzuwenden und mit ihm oder ihr gut in Kontakt zu sein.

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